25. Feb. 2025

Business Gamification Frameworks

Bei Business Gamification Frameworks handelt es sich um ein Werkzeug, welches den Prozess der Einführung und Definition von Gamification in einem Unternehmen oder in einer Anwendung erleichtert. Im dritten Teil der Beitragsreihe zu Gamification erläutern wir diese Frameworks und erklären, wie diese auf Basis der gewünschten Ziele und Anwendungsfälle eines Business Cases bestimmte Gamification Mechanismen empfehlen.
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Autor:in

Daniel Blümel

Eine stilisierte Illustration eines Gamecontrollers, umgeben von geometrischen Symbolen und Formen in verschiedenen Blautönen. Die Symbole und Formen sind in einem Rastermuster um den Controller angeordnet und vermitteln ein modernes und spielerisches Design.

Die Verwendung von Gamification Frameworks erleichtert die Auswahl der umzusetzenden Spielmechanismen. Somit kann sich das Design-Team bereits in der Phase der Konzeption der Anwendung auf diese fokussieren. Anhand des Business Cases des Kunden sind die Ziele (Business Goals), welche durch eine Gamification erreicht werden sollen, schneller identifiziert. Liegen der Business Case und die Ziele vor, kann das bevorzugte Framework schnell ermittelt werden. 

Durch die Vorgabe des Frameworks wiederum ist es dem Design-Team frühzeitig möglich Entscheidungen für bestimmte Gamification-Mechanismen zu treffen bzw. aus diesen auszuwählen. 

Einteilung der Frameworks 

Es wird hier zwischen sechs verschiedenen Gamification Frameworks unterschieden. Diese sind anhand verschiedener Ausprägungen gruppiert.  

Zum einen wird nach der Ausrichtung der Zielgruppe differenziert. Hier kann es sich entweder um eine externe oder eine interne Zielgruppe handeln. Externe Zielgruppen sind im allgemeinen Kunden außerhalb des eigenen Unternehmens, wohingegen es sich bei internen Zielgruppen um Mitarbeitende des eigenen Unternehmens handelt. 

Ein weiterer Aspekt, die Frameworks zu unterteilen, ist die Zusammensetzung der jeweiligen Zielgruppe. So kann eine Zielgruppe entweder aus einer Einzelperson, einer kooperierenden Gruppe oder aus einer Gruppe von Personen bestehen, die zueinander im Wettbewerb stehen. 

Aus dieser Einteilung nach Zusammensetzung und Ausrichtung der Zielgruppe, ergeben sich dann die hier aufgelisteten Frameworks. 

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Weitere Informationen zu zwei Beispiel-Frameworks: 

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Die Mechanismen zeigen über welche Eigenschaften der Beteiligten Gamification in diesem Fall besonders gut wirkt – also welcher Wunsch des Beteiligten hier erfüllt oder gestillt wird. 

Die möglichen Ziele zeigen Beispiel-Business goals auf, die mit diesen Frameworks erreicht werden können. 

Von Frameworks zu Business Goals 

Die verschiedenen Frameworks passen jeweils zu bestimmten Kundenzielen (Business Goals). Beispielsweise kann das Framework der social loyalty die Akzeptanz und die Frequenz der Nutzung einer Anwendung steigern. Wohingegen das Framework des company collaborator die kreative Zusammenarbeit im Unternehmen positiv beeinflusst. 

Ablauf des Prozesses 

Durch die Verwendung der Frameworks wird eine klarere Reihenfolge im Planungs- und Konzeptionsprozess deutlich. Nach der Ermittlung der Defizite kann sich im ersten Schritt das Design-Team über die eigentliche Zielerreichung klar werden und diese ausdefinieren. Auf dieser Basis kann dann ein entsprechendes Gamification Framework ausgewählt werden. Durch diese Auswahl wiederum wird schneller klar, welche Mechanismen verwendet werden können. Das Design-Team muss sich dann nur noch einigen welche dieser Mechanismen in welcher Form umgesetzt werden sollen. 

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Schauen wir uns beispielhaft im Weiteren folgenden Business Case genauer an:  

Die Zusammenarbeit zweiter Abteilungen (A und B) lässt zu wünschen übrig. Die häufigen Nachfragen von Abteilung A zu Sachverhalten und Vorgehensweisen halten die Mitarbeitenden von Abteilung B von ihrer eigentlichen Arbeit ab. Es handelt sich also hierbei um ein Manko in der firmeninternen Kommunikation. 

Im ersten Schritt – der Zieldefinition – kommt das Design-Team also zu dem Schluss, dass durch sinnvolle Maßnahmen die Zusammenarbeit der beiden Abteilungen verbessert werden soll. 

Als passendes Framework bietet sich hier die company collaboration an. Anhand des ermittelten Defizits haben wir also bereits ein passendes Framework gefunden. 

Ziele identifizieren und Vorgehen festlegen 

Im nächsten Schritt müssen wir unsere Ziele identifizieren, um die erkannten Defizite aus der Welt zu schaffen. Ein mögliches Vorgehen im Fall der ständigen Nachfragen, wäre zum Beispiel das Etablieren eines Online-Wikis, in dem Abteilung B bereits gestellte Fragen dokumentiert und beantwortet. Des Weiteren kann Abteilung A zusätzliche neue Fragen erfassen und diese zur Beantwortung an Abteilung B übergeben. Diese Fragen können dann zu einem passenden Zeitpunkt von den Mitarbeitenden aus Abteilung B beantwortet werden. 

Soweit unsere identifizierten Ziele und unser grundlegendes Vorgehen. Im nächsten Schritt reichern wir dieses nun mit Mechaniken der Gamification an. 

Um die Benutzung dieses Wikis für alle Mitarbeitenden mit einem besonderen Anreiz zu versehen, verwenden wir spezielle Mechanismen, welche gut zum company collaborator Framework passen. Ziel des Frameworks ist in diesem Fall die Mitarbeitenden dazu zubringen ihr Wissen zu teilen. Mögliche Spielmechanismen wären hier die Definition von missions, also eine Abfolge von Aktionen und Tätigkeiten, die der Nutzende durchführen muss, oder tracks, bei denen es sich um eine Abfolge von missions handelt. Hieraus könnte dann die Vergabe von badges für das Lösen von missions folgen. Eine weitere Möglichkeit wäre das Vergeben von points beim Beantworten von Fragen und das visuelle Abbilden des Vorankommens des Nutzenden durch Level. Je mehr points ich gesammelt habe, je höher mein Level.  

Die von den Mitarbeitenden generierten Beiträge und beantworteten Fragen können wiederum vom Rest des Unternehmens gereviewt werden. Somit werden Beiträge mit einer hohen Relevanz/Qualität/Beliebtheit schnell erkennbar, was den entsprechenden Autor:innen wiederum mehr points verleihen kann. 

Vorteile des Framework-Vorgehens 

Der Vorteil der Frameworks liegt darin, dass hierdurch schnell ersichtlich wird, welche Auswirkungen die Spiel-Mechanismen haben können. So kann das Framework des company collaborator aus unserem Beispiel die Identität der Mitarbeitenden stärken, da es ihnen ermöglicht, ihre Expertise im Austausch mit anderen zu zeigen. Des Weiteren hilft es dabei, Inhalte mit mehr Relevanz zu generieren, da die von den Mitarbeitenden erfassen Ergebnisse vom Rest des Unternehmens gereviewed werden können. Zuletzt zeichnet es einen Mitarbeitenden auf eine besondere Weise aus, wenn er einen Beitrag verfasst hat, welcher als besonders wertvoll vom Rest des Unternehmens angesehen wird. Es verleiht dem Autor also eine besondere Form von Status, welche auf seiner Expertise beruht. 

Fazit 

In diesem Teil unserer Blog-Serie haben wir den Design- und Entwicklungsprozess einer Anwendung, in der Gamification eingesetzt werden soll, betrachtet. Wir haben aufgezeigt, dass die Auswahl eines Gamification Frameworks in einem frühen Stadium der Konzeption durch das Setzen eines Fokus den Design-Prozess erleichtern und ihn in die richtige Bahn lenken kann. 

Die Business Gamification Frameworks bilden einen hilfreichen Baustein im Konzeptionsprozess. Der hier beispielhaft beschriebene Prozess animiert das Design-Team dazu sich frühzeitig mit dem eigentlichen Ziel und der Zielgruppe zu beschäftigen und sich über die Sachverhalte klar zu werden. Die Auswahl eines Frameworks erleichtert im Weiteren die darauf aufbauenden Design-Entscheidungen, da es den Scope auf bestimmte Mechanismen einschränkt.  

In dieser Blogreihe zum Thema Gamification haben wir die zahlreichen positiven Auswirkungen von Gamifiaction betrachtet, beispielsweise die Steigerung der Motivation oder die Verbesserung der Zusammenarbeit. Wir haben die dahinterstehenden psychologischen Mechanismen erläutert und Herangehensweisen für den Design- und Konzeptionsprozess aufgezeigt.